Eltern können Schulkindern am besten helfen, wenn sie nicht „Ersatzlehrkraft“ werden, sondern Rahmenbedingungen schaffen, die Lernen leichter machen: Struktur, Motivation, passende Strategien und emotionale Sicherheit.

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Verlässliche Routine

Ein guter Start ist eine verlässliche Routine. Feste Zeiten für Hausaufgaben und Lernen (mit Puffer), ein ruhiger Platz, Material griffbereit und klare Regeln (Handy weg, kurze Pausen) reduzieren Reibung. Viele Kinder lernen besser, wenn Aufgaben in kleine Schritte zerlegt werden: „Erst 10 Minuten Mathe, dann 5 Minuten Pause, dann Deutsch“. Das hilft besonders bei Aufschieberitis und Überforderung.

Aktives Lernen statt „Drüberlesen“

Wichtig ist außerdem aktives Lernen statt nur „drüberlesen“. Eltern können dazu anleiten, indem sie Fragen stellen („Erklär’s mir in deinen Worten“), Karteikarten nutzen lassen, Zusammenfassungen schreiben oder kleine Selbsttests machen. Ein Klassiker, der oft unterschätzt wird, ist verteiltes Üben: Lieber an mehreren Tagen kurz wiederholen als am Abend vor der Arbeit alles „reinprügeln“. Auch Abrufen (sich selbst abfragen) ist meist wirksamer als Wiederholen.

Titel: ältere Schwester Und Bruder Lernen Zu Hause
Quelle: Andrea Piacquadio via Pexels | Pexels Photo License

Motivation und Selbstwirksamkeit

Genauso entscheidend: Motivation und Selbstwirksamkeit. Loben hilft, wenn es konkret ist („Du bist dran geblieben, obwohl es schwer war“) statt pauschal („Du bist so schlau“). Das stärkt eine „Wachstums-Haltung“: Fehler sind Hinweise, wie man besser werden kann. Wenn ein Kind blockiert, ist oft nicht Faulheit das Problem, sondern Stress, Unsicherheit oder mangelndes Verständnis. Dann hilft: kurz Pause, Problem eingrenzen („Was genau ist unklar?“) und mit einem leichteren Schritt wieder einsteigen.

Hilfe dosieren

Eltern unterstützen optimal, wenn sie Hilfe dosieren. Ziel ist, dass das Kind es am Ende selbst kann. Praktisch: erst Hinweise geben, dann gemeinsam ein Beispiel, dann lässt das Kind allein ein ähnliches Beispiel lösen. Wenn Eltern zu viel erklären oder sofort die Lösung sagen, bleibt kurzfristig Ruhe – langfristig lernt das Kind aber weniger und traut sich weniger zu.

Schlaf, Bewegung und Ernährung

Ein häufig unterschätzter Hebel ist Schlaf, Bewegung und Ernährung. Ein müdes Kind lernt langsamer, vergisst mehr und ist schneller gereizt. Kurze Bewegungspausen (Treppen, Seilspringen, Runde um den Block) können Konzentration und Stimmung deutlich verbessern. Auch genug Trinken und ein Snack mit länger sättigender Energie (z. B. Joghurt, Nüsse, Vollkornbrot) helfen.

Titel: Mädchen, Das Auf Bett Liegt
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Kontakt zur Schule

Ebenso wichtig: Kontakt zur Schule. Wenn sich Probleme häufen (ständige Tränen, Bauchweh, Leistungsabfall, Konflikte), lohnt sich früh ein Gespräch mit der Klassenleitung. Manchmal stecken Lernlücken, Überforderung, Mobbing oder auch Lernstörungen/ADHS dahinter – je früher man das erkennt, desto besser lassen sich passende Maßnahmen finden.

Fazit

Zum Schluss: Lernen gelingt in einer Atmosphäre, in der Kinder sich sicher fühlen. Kurze tägliche „Check-ins“ („Was lief gut? Was war schwer?“), realistische Erwartungen und gemeinsame Erfolge (z. B. Wochenplan abhaken) machen oft mehr aus als jede Nachhilfestunde.

Wie der Start in’s 5. Schuljahr gelingt, erfahrt ihr hier.

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