Impfungen haben das Ziel, das Immunsystem gezielt auf einen Erreger „vorzubereiten“, damit eine spätere Infektion seltener auftritt oder milder verläuft. Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt Impfen als eine einfache, sichere und wirksame Methode, sich vor gefährlichen Krankheiten zu schützen.

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Schutz des Einzelnen

Starten wir mit den Vorteilen. Der wichtigste Nutzen ist der persönliche Schutz vor schweren Verläufen, Komplikationen, Krankenhausaufenthalten und – je nach Krankheit – auch vor langfristigen Folgen. Dieser Effekt ist besonders relevant für Säuglinge, ältere Menschen, Schwangere und Personen mit chronischen Erkrankungen.

Schutz anderer (Gemeinschaftsschutz)

Wenn viele Menschen immun sind, zirkulieren Erreger weniger. Dadurch werden auch Menschen indirekt geschützt, die selbst nicht oder noch nicht geimpft werden können (z. B. sehr junge Säuglinge oder Personen mit bestimmten Immundefekten).

Verlässliche Sicherheitsprüfung und laufende Überwachung

Impfstoffe werden vor der Zulassung geprüft und danach weiter überwacht (Pharmakovigilanz). In der EU bewertet die EMA fortlaufend Sicherheitsdaten und passt Produktinformationen an, wenn ein Zusammenhang mit Nebenwirkungen plausibel wird.

In Deutschland sammelt und analysiert z. B. das Paul-Ehrlich-Institut Meldungen zu Verdachtsfällen von Nebenwirkungen und veröffentlicht Sicherheitsberichte.

Gesellschaftlicher Nutzen

Weniger Krankheitslast bedeutet weniger Ausfälle in Kita/Schule/Arbeit, weniger Belastung für das Gesundheitssystem und insgesamt mehr Planungssicherheit – gerade in Infektionswellen.

Häufige, meist harmlose Impfreaktionen

Nun zu den Nachteilen. Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Kopf- oder Gliederschmerzen, leichtes Fieber: Solche Reaktionen sind häufig, klingen aber in der Regel nach kurzer Zeit wieder ab.

Seltene, aber mögliche schwere Nebenwirkungen

Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse sind selten, können aber vorkommen (z. B. starke allergische Reaktionen). Das RKI betont, dass schwere Nebenwirkungen selten sind, gleichzeitig aber transparent darüber aufgeklärt werden muss.

Nicht jede Impfung wirkt bei jeder Person gleich gut

Kein Impfstoff schützt zu 100%. Alter, Immunsystem und Grunderkrankungen beeinflussen die Wirksamkeit. Außerdem können neue Erregervarianten den Schutz vor Infektion reduzieren, während der Schutz vor schweren Verläufen oft besser erhalten bleibt (je nach Krankheit/Impfstoff).

Aufwand und individuelle Abwägungen

Impfungen bedeuten Termine, ggf. Auffrischungen und manchmal kurzfristige Einschränkungen (z. B. wenn man sich am Folgetag schlapp fühlt). Bei bestimmten Vorerkrankungen oder akuten Erkrankungen kann eine Impfung verschoben oder besonders abgewogen werden – das klärt man am besten ärztlich.

Fazit

Unterm Strich ist bei den empfohlenen Impfungen das Nutzen-Risiko-Verhältnis in der Regel klar positiv: Häufige Nachteile sind meist mild und kurz, während die verhinderten Schäden durch Infektionskrankheiten groß sein können.

Infos zur FSME-Impfung gibt’s hier.

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